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Due Diligence in Subsahara-Afrika
In Subsahara-Afrika befinden sich mehrere der weltweit am schnellsten wachsenden Volkswirtschaften. Die Region verfügt über umfangreiche Vorkommen kritischer Rohstoffe und Energieressourcen, die für die nächste Phase der globalen Energiewende von zentraler Bedeutung sein werden, sowie über landwirtschaftliche Flächen von wachsender strategischer Relevanz. Zugleich ist Subsahara-Afrika eine Region, in der bedeutende Geschäftschancen häufig mit erheblichen Governance- und Integritätsrisiken einhergehen.
Im Korruptionswahrnehmungsindex 2025 (Corruption Perceptions Index, CPI), den Transparency International im Februar 2026 veröffentlichte, erzielte Subsahara-Afrika einen Durchschnittswert von lediglich 32 von 100 Punkten und damit den niedrigsten Wert aller Regionen weltweit. Nur vier der 49 Länder der Region erreichten mehr als 50 Punkte. Für Unternehmen, die in der Region ein Joint Venture, eine Übernahme, eine Vertriebsvereinbarung, eine Finanzierungsvereinbarung oder eine Lieferkettenbeziehung eingehen möchten, ist eine gründliche Integrity Due Diligence daher keine Formalität, sondern eine praktische Voraussetzung für fundierte Entscheidungen.
Diese Seite behandelt Subsahara-Afrika. Ägypten, Libyen, Tunesien, Algerien, Marokko, Mauretanien, Sudan und Tschad ordnen wir auf unseren regionalen Übersichtsseiten Nordafrika zu und behandeln diese Länder auf unserer Seite zum Nahen Osten und Nordafrika.
Herausforderungen investigativer Due Diligence in Subsahara-Afrika
Die zentrale Herausforderung besteht in der uneinheitlichen und häufig eingeschränkten Verfügbarkeit verlässlicher öffentlicher Informationen. Einige Jurisdiktionen haben Unternehmensunterlagen digitalisiert und tatsächlich durchsuchbar gemacht. In anderen Ländern werden Register weiterhin in Papierform oder dezentral vor Ort geführt, sind nur gegen hohe Gebühren zugänglich oder für externe Anfragen faktisch geschlossen. Wirtschaftlich Berechtigte können hinter Holdingstrukturen, Treuhandkonstruktionen und politisch vernetzten Intermediären verborgen werden. Amtliche Angaben zu Geschäftsführern und Anteilseignern sind mitunter unvollständig oder überhaupt nicht verfügbar.
Zwei weitere Besonderheiten erschweren die Recherche. Erstens entfällt ein erheblicher Teil der wirtschaftlichen Tätigkeit auf den informellen Sektor und auf Mobile-Money-Plattformen. Dadurch ist die öffentlich zugängliche Dokumentation häufig weniger umfangreich als in transparenteren Jurisdiktionen. Zweitens müssen Recherchen in der jeweils relevanten Sprache durchgeführt werden. Da wir in vielen der von uns abgedeckten Jurisdiktionen direkt auf Englisch und Französisch sowie in Äquatorialguinea auf Spanisch arbeiten, können wir regionale Berichte, Gerichtsberichterstattung, Unternehmensunterlagen und investigativen Journalismus auswerten, die bei einer ausschließlich englischsprachigen Recherche nur selten sichtbar werden.
Je nach Jurisdiktion und Art des Mandats können zusätzliche Recherchen in lokalen Sprachen erforderlich sein. Bei Bedarf ergänzen wir unsere internen Kompetenzen durch vertrauenswürdige Partner vor Ort und spezialisierte Rechercheure.
Unternehmensregister in Common-Law- und OHADA-Jurisdiktionen
Die Unternehmensregister in Subsahara-Afrika werden durch unterschiedliche Rechtstraditionen geprägt, darunter Common-Law-Systeme, kontinentaleuropäisch geprägte Rechtssysteme und Mischformen. Diese Unterschiede bestimmen, wo Informationen geführt werden, wie sie beschafft werden können und wie belastbar die verfügbaren Unterlagen sind.
Die anglophonen Staaten, darunter Nigeria, Ghana, Kenia, Uganda, Tansania, Sambia, Botswana, Namibia und Südafrika, orientieren sich weitgehend an Common-Law-Modellen. In mehreren dieser Jurisdiktionen werden Unternehmensregister zunehmend digitalisiert. In den besser aufgestellten Ländern kann nach Unternehmen und teilweise auch nach Geschäftsführern gesucht werden. Verfügbarkeit, Vollständigkeit und Kosten der zugrunde liegenden Registerunterlagen unterscheiden sich jedoch weiterhin erheblich.
Ein großer Teil des frankophonen West- und Zentralafrikas gehört zur OHADA-Zone (Organisation pour l'Harmonisation en Afrique du Droit des Affaires), einem harmonisierten Wirtschaftsrechtssystem, dem 17 Mitgliedstaaten angehören. Im Rahmen der OHADA werden Unternehmen in ein standardisiertes Handelsregister, das Registre du Commerce et du Crédit Mobilier (RCCM), eingetragen. Einschlägige Rechtsstreitigkeiten können letztinstanzlich vor dem Gemeinsamen Gerichtshof für Rechtsprechung und Schiedsgerichtsbarkeit (CCJA) in Abidjan verhandelt werden.
Aus Sicht eines Rechercheurs liegt der praktische Vorteil der OHADA in der Einheitlichkeit: Die Informationskategorien und die Registrierungslogik sind von Senegal über Kamerun bis zur Demokratischen Republik Kongo weitgehend vergleichbar. Harmonisierung bedeutet jedoch nicht, dass der Zugang zu den Unterlagen überall einheitlich ist. Ein Unternehmen kann zwar nach einem gemeinsamen Rechtsrahmen registriert sein. Die praktische Verfügbarkeit, Vollständigkeit und Beschaffbarkeit seiner Registerunterlagen hängen dennoch stark von der jeweiligen lokalen Jurisdiktion ab. Lokale Beschaffungskompetenz und eine unabhängige Verifizierung bleiben daher wichtig. Zur OHADA-Zone gehört auch Äquatorialguinea, die einzige überwiegend spanischsprachige Jurisdiktion der Region.
Expertise in Subsahara-Afrika
Bei Maddocks Insight verbinden wir mehrsprachige Recherchekompetenz mit der politischen und wirtschaftlichen Expertise, die für investigative Due-Diligence-Recherchen im englisch- und französischsprachigen Subsahara-Afrika sowie im spanischsprachigen Äquatorialguinea erforderlich ist. Unsere regionale Abdeckung umfasst:
Nigeria, Ghana, Sierra Leone, Liberia, Gambia, Kenia, Uganda, Tansania, Ruanda, Sambia, Simbabwe, Malawi, Botswana, Namibia, Südafrika, Lesotho, Eswatini, Mauritius, Seychellen, Senegal, Côte d'Ivoire, Mali, Burkina Faso, Niger, Guinea, Togo, Benin, Kamerun, Gabun, die Republik Kongo, die Demokratische Republik Kongo, Madagaskar und Äquatorialguinea.
Bei Mandaten mit Bezug zu mehreren Jurisdiktionen und Projekten, die zusätzliche lokale Expertise erfordern, greifen wir bei Bedarf auf unser erweitertes Netzwerk von Partnern zurück.
Was wir im Rahmen einer Due-Diligence-Untersuchung in Subsahara-Afrika prüfen
Der Umfang einer Untersuchung richtet sich nach der jeweiligen Jurisdiktion, der Transaktion und dem Risikoprofil des Untersuchungsgegenstands. Unsere Recherchen können folgende Aspekte umfassen:
- Unternehmensregistrierung und amtliche Registerunterlagen - Bestätigung der rechtlichen Existenz des Untersuchungsgegenstands sowie Prüfung der Registrierungshistorie, Geschäftsführer, Anteilseigner und verfügbaren Registerunterlagen.
- Eigentums- und Kontrollverhältnisse - Identifizierung der letztendlichen wirtschaftlichen Eigentümer, Holdingstrukturen, Treuhandkonstruktionen und sonstiger Anhaltspunkte für nicht offengelegte Einflussnahme.
- Politische Exponierung - Ermittlung von Verbindungen zu amtierenden oder ehemaligen Amtsträgern, Staatsunternehmen, politisch exponierten Personen (PEPs) und einflussreichen Intermediären.
- Sanktions- und Watchlist-Prüfungen - Abgleich von Untersuchungsgegenständen, Geschäftsführern, Anteilseignern und wirtschaftlich Berechtigten mit einschlägigen Sanktionslisten und sonstigen relevanten Datenbanken.
- Prüfung von Rechtsstreitigkeiten, regulatorischen Sachverhalten und Insolvenzen - Auswertung von Gerichtsakten, regulatorischen Feststellungen, Vergabeunterlagen und Insolvenzangaben, soweit diese zugänglich sind.
- Adverse-Media- und Reputationsrecherchen - Auswertung glaubwürdiger lokaler, regionaler und internationaler Berichterstattung, einschließlich investigativen Journalismus und Quellen aus der Zivilgesellschaft.
- Verifizierung durch mehrere Quellen - Überprüfung wesentlicher Erkenntnisse anhand mehrerer Quellen, wenn amtliche Unterlagen oder die etablierte Medienberichterstattung nur eingeschränkt verfügbar sind.
- Recherchen im Zusammenhang mit Rechtsstreitigkeiten - Durchführung von Litigation-Support- und Asset-Tracing-Recherchen, wenn eine Transaktion oder Geschäftsbeziehung bereits problematisch verlaufen ist.
Besonderheiten von Due-Diligence-Recherchen in Subsahara-Afrika
- Erhebliche Unterschiede bei der Transparenz - Die wahrgenommene Korruption im öffentlichen Sektor unterscheidet sich innerhalb der Region erheblich. Im CPI 2025 von Transparency International erzielten die Seychellen mit 68 Punkten den höchsten Wert der Region, gefolgt von Cabo Verde mit 62 Punkten sowie Botswana und Ruanda mit jeweils 58 Punkten. Am anderen Ende der Skala erreichten Somalia und Südsudan jeweils lediglich 9 Punkte. Die Recherchestrategie muss daher auf die tatsächlichen Rahmenbedingungen der jeweiligen Jurisdiktion zugeschnitten werden und darf nicht auf pauschalen Annahmen über „Afrika“ beruhen.
- Politisch exponierte Personen und Rohstoffsektor - In vielen Volkswirtschaften liegen einige der attraktivsten Chancen im Bergbau, in der Öl- und Gaswirtschaft sowie in der Infrastruktur: genau in den Branchen, in denen staatliche Beteiligung, Genehmigungsentscheidungen und politische Verbindungen besonders ausgeprägt sein können. Beziehungen eines Untersuchungsgegenstands zu amtierenden oder ehemaligen Amtsträgern müssen sorgfältig ermittelt und im Rahmen einer fortlaufenden politischen Risikoanalyse regelmäßig neu bewertet werden.
- Weitere Sektoren mit erhöhtem Risikopotenzial - Vergleichbare Risiken können im öffentlichen Beschaffungswesen, in der Logistik, in der Telekommunikation, bei Finanzdienstleistungen, im Rohstoffhandel und in landwirtschaftlichen Lieferketten auftreten, insbesondere wenn Lizenzen, Konzessionen oder staatliche Aufträge für das Geschäftsmodell von wesentlicher Bedeutung sind.
- Sanktionsrisiken und Konfliktgefahr - Untersuchungsgegenstände, Geschäftsführer, Anteilseigner und letztendliche wirtschaftliche Eigentümer sollten mit den einschlägigen Sanktionslisten abgeglichen werden. Dies ist insbesondere in Jurisdiktionen wichtig, die von Konflikten, politischer Instabilität oder abrupten Regierungswechseln betroffen sind. Dazu gehören Teile der Sahelzone, in denen sich das Sanktions-, politische Exponierungs- oder operative Risikoprofil einer Gegenpartei schnell verändern kann.
- Risiken im Zusammenhang mit Bestechung und Geldwäsche - Unternehmen müssen sich gegen Bestechung, Schmiergeldzahlungen und Geldwäschekonstruktionen absichern, die eine Haftung nach dem US Foreign Corrupt Practices Act, dem UK Bribery Act oder vergleichbaren Rechtsvorschriften begründen könnten.
- Alternative und ergänzende Quellen - Wenn amtliche Register und die etablierte lokale Medienberichterstattung nur eingeschränkt verfügbar sind, können investigativer Journalismus, zivilgesellschaftliche Organisationen, Gerichtsakten und sorgfältig bewertete Social-Media-Quellen dazu beitragen, mögliche Warnsignale zu identifizieren. Entsprechende Erkenntnisse sollten nach Möglichkeit durch weitere Quellen bestätigt werden.
Geschäftstätigkeiten in Subsahara-Afrika erfordern sorgfältige, lokal fundierte und mehrsprachige Due Diligence. Gründliche Recherchen in der jeweils relevanten Sprache und eine auf die konkrete Jurisdiktion zugeschnittene Recherchestrategie ermöglichen Unternehmen, belastbarere Entscheidungen zu treffen, ihre Korruptions- und Reputationsrisiken zu minimieren und die erheblichen Chancen der Region mit größerer Sicherheit zu nutzen.
Subsahara-Afrika ist eine von mehreren Regionen, in denen wir tätig sind. Wir führen außerdem Due-Diligence-Recherchen im Nahen Osten und Nordafrika, in China, in Lateinamerika und in Europa durch. Einen vollständigen Überblick über unsere geografische Abdeckung finden Sie auf unserer Seite Regionen. Eine Übersicht unserer Leistungen finden Sie auf unserer Seite Leistungen.
Wenn Sie Due-Diligence-Recherchen in Subsahara-Afrika benötigen, kontaktieren Sie uns bitte, um Ihre konkreten Anforderungen vertraulich zu besprechen.
